Chronische Wundversorgung

Wie durch ein Primärversorgungssystem eingespart werden kann  

Etwa 2/3 der über 1 Millionen schwer heilenden, chronischen Wunden heilen auch nach über 90 Tagen nicht ab. Der häufigste Grund für eine verzögerte Wundheilung – bis hin zu einer Amputation – ist eine vorangegangene Infektion der Wunde.  

Gerade in der Versorgung schwer heilender und chronischer Wunden böte eine Primärversorgung mit präventiven Elementen enorme Chancen – verbunden mit Qualitätssteigerungen für die Patient:innen und Kosteneinsparungen.  

So sind für die schwer heilende und chronische Wundversorgung primär neben den Hausärzt:innen auch spezialisierte ambulante Pflegedienste und Wundzentren vorgesehen. Es ist nachgewiesen, dass spezialisierte Leistungserbringer Wunden schneller zur Abheilung bringen können. Beispielsweise bleibt durch die höhere Vergütung für die Spezialisierung auch mehr Zeit, um die Wunden kontinuierlich zu reinigen, statt erst bei einer Infektion einzugreifen. 

Schon heute sollen Krankenkassen solche Spezialisten für die Versorgung im Rahmen der Verordnung für die Häusliche Krankenpflege bestimmen. Allerdings fehlt eine klare bundesweite Verbindlichkeit. Daher sollte die geltende Soll-Bestimmung in der HKP-Richtlinie chronische Wunde in eine Muss-Bestimmung geändert werden.  

Damit verbunden muss aber vorgelagert sichergestellt werden, dass bislang ausstehende Zusatzvergütungsvereinbarungen schnell abgeschlossen werden, um flächendeckend ausreichend Spezialisten für die Versorgung vorhalten zu können. Weitere staatliche Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung von Pflegefachpersonen sollte in diesem Zuge geprüft werden.  

Abschließend sollten Versicherte im Rahmen des Entlassmanagements und der ambulanten Versorgung eine Transparenz darüber bekommen, welche spezialisierten Leistungserbringer im Umfeld Kapazitäten für die Behandlung haben.