Jubiläumsinterview mit Hélène Chalaye

Hélène Chalaye, Brand Managerin UrgoStart, Infektion & UrgoClean

Helene_Chalaye

 

25 Jahre URGO – wie blickst du persönlich auf dieses Jubiläum?

Hélène: Als ich gehört habe, dass URGO 25 Jahre feiert, habe ich zuerst nachgerechnet: Vor 25 Jahren war ich sechs Jahre alt. Damals lief in Frankreich noch TV-Werbung für URGO-Pflaster – und tatsächlich kannte jedes Kind URGO. Ich sehe diese Werbespots noch vor mir: Ein Kind fällt hin, bekommt ein Pflaster – und sofort ist alles wieder gut. Diese Erinnerung ist bis heute sehr lebendig für mich. Und nun, viele Jahre später, arbeite ich selbst hier. Deshalb bedeutet dieses Jubiläum für mich ein Vierteljahrhundert voller Leidenschaft und Innovation – und zugleich die Erinnerung daran, wie beeindruckend stark sich das Unternehmen in dieser Zeit entwickelt hat.

Woher kommt der Name URGO eigentlich?

Hélène: Das wissen viele gar nicht: Der Name leitet sich von der Region Bourgogne in Frankreich ab – URGO steckt sozusagen in der Bezeichnung. Dort, rund um Dijon, befinden sich unsere Produktionsstandorte, und URGO zählt zu den größten Arbeitgebern der Region. Für mich als Französin ist diese Verbindung sofort naheliegend, in Deutschland muss man das hingegen oft erst erklären. Gerade deshalb finde ich es schön, dass dieser Ursprung im Namen steckt und dass wir bis heute stolz sagen können: „Made in France“.

Was macht deine Arbeit bei URGO für dich besonders spannend?

Hélène: Zum einen den internationalen Austausch, nicht nur mit den Kolleg:innen in Frankreich, sondern aus aller Welt. Jedes Land bringt eigene Perspektiven und Herausforderungen im Umgang mit denselben Produkten ein, wodurch wir voneinander lernen und uns austauschen können. Zum anderen die Verantwortung: Ich war erst wenige Monate im Unternehmen, als ich den Launch von UrgoClean Border übernommen habe und zwar von der Planung bis zur Einführung. Das war intensiv und herausfordernd. In so kurzer Zeit ein neues Produkt im Markt zu etablieren, war eine echte Teamleistung, für mich persönlich aber auch ein besonderes Highlight. Selbst Mitbewerber haben uns darauf angesprochen, wie schnell und professionell wir das umgesetzt haben.

"Man fühlt sich tatsächlich als Teil einer Familie. Gleichzeitig spürt man die Leidenschaft der Menschen hier, denn wer bei URGO arbeitet, tut das mit Herzblut."

Gibt es ein Erlebnis, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Hélène: Ja, ein Tag in einem Wundzentrum in Aachen. Dort habe ich viele Patient:innen gesehen, die seit Jahren mit offenen Wunden leben. Eine Frau erzählte mir, wie eine kleine Wunde ihr gesamtes Leben verändert hat: Reisen waren nicht mehr möglich, sie litt unter Schmerzen und großen Einschränkungen. Besonders bewegend war, dass sie mir Fotos von früher zeigte auf denen man sehen konnte, wie aktiv und lebensfroh sie einmal gewesen war. All das war durch die Wunde verloren gegangen. Sie brach schließlich in Tränen aus. Das hat mich tief berührt und mir noch einmal deutlich gemacht, warum unsere Arbeit so wichtig ist, um Menschen in solchen Situationen neue Hoffnung und Lebensqualität zurückzugeben.

URGO gilt als besonders innovativ – was bedeutet das für dich im Arbeitsalltag?

Hélène: Ein starkes Beispiel für unsere Innovationskraft ist die TLC-Wundheilungsmatrix, die auch ihren 25. Geburtstag feiert. Sie unterscheidet uns bis heute von vielen Mitbewerbern, weil sie nicht nur schmerzfreie Verbandwechsel ermöglicht, sondern auch die Wundheilung aktiv fördert. Diese Technologie steckt in vielen unserer Wundauflagen und prägt die moderne Wundversorgung seit einem Vierteljahrhundert. Dass wir damit weiterhin Maßstäbe setzen, macht mich sehr stolz. Für mich ist es ein großes Privileg, mit Produkten arbeiten zu dürfen, die wirklich einen Unterschied machen – für Patient:innen, Ärzt:innen und Pflegende. Das macht meine Arbeit sehr sinnstiftend.

Wie erlebst du die Unternehmenskultur bei URGO?

Hélène: Für mich ist URGO ein echtes Familienunternehmen. Die Strukturen sind flach und es kommt durchaus vor, dass man mit den Eigentümern direkt an einem Tisch sitzt – diese Nähe ist etwas Besonderes. Man fühlt sich tatsächlich als Teil einer Familie. Gleichzeitig spürt man die Leidenschaft der Menschen hier, denn wer bei URGO arbeitet, tut das mit Herzblut. Das unterscheidet es sehr von anderen Branchen, in denen ich gearbeitet habe.

Wenn du URGO zum Geburtstag gratulieren könntest – was würdest du sagen?

Hélène: Bon Anniversaire, URGO! Ich wünsche dir, dass du auch in den nächsten 25 Jahren so innovativ und leidenschaftlich bleibst wie bisher. Und mein persönlicher Traum wäre, eines Tages eine URGO-Werbung im deutschen Fernsehen zu sehen, so wie ich es als Kind in Frankreich erlebt habe. Das wäre ein Zeichen, dass wir unsere Marke hier noch stärker etabliert haben. 

Zum Interview von Patricia Wilken

Patricia Wilken erzählt, wie sie vor über 20 Jahren als Produktmanagerin gestartet ist und warum sie bis heute von der Mischung aus Forschung, Markt und echter Patientenwirkung fasziniert ist. Von internationalen Studien bis zu bewegenden EB-Geschichten aus dem Amazonas: Hier wird deutlich, wie aus Ideen echte Versorgungs-Tools werden.