Wundmanagement heute: Moderne Konzepte, vernetzte Strukturen und innovative Wundauflagen

Hannover, 24. März 2010 - Vor dem Hintergrund der demo- graphischen Entwicklung und der Zunahme chronischer Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus sind heute mehr denn je innovative Konzepte zum modernen Wundmanagement gefragt. Dazu zählen als wesentliche Faktoren des Erfolgskonzepts die Vernetzung der verschiedenen therapeutischen und pflegerischen Aktivitäten sowie der Einsatz geeigneter, moderner Wundauflagen; dies wurde anlässlich eines Pressegesprächs deutlich, das am 24. März in Hannover stattfand*.

UrgoCell® Lite und UrgoCell® Adhesive Contact, diese beiden erst seit kurzem in Deutschland verfügbaren Neuentwicklungen des Unternehmens URGO, sind hydroaktive Wundauflagen, die höchsten Ansprüchen gerecht werden und therapeutische und pflegerische Möglichkeiten bei chronischen Wunden erheblich erweitern. Die beiden Innovationen bieten dabei alle Vorteile der feuchten Wundbehandlung: Förderung der Wundheilung, Reduktion von Schmerzen durch Nicht-Verkleben mit der Wunde sowie hoher Tragekomfort, erläuterte Dr. Hendrik Altenkämper, Plettenberg.

Zwei neue Wundauflagen für höchste Ansprüche

All diese Vorteile gehen in erster Linie auf die TLC-Contact-Matrix zurück. Diese sanft haftende Matrix führt in Kontakt mit dem Wundsekret zur Bildung eines Lipidokolloidfilms und sorgt so an der Grenzschicht zwischen Wunde und Wundauflage für ein dauerhaftes feuchtes Wundmilieu, in dem die Fibroblastenvermehrung sowie der gesamte Heilungsprozess gefördert werden. Die einsetzende Gelbildung schont den gesamten Wundbereich und ermöglicht einen schmerzfreien, patientengerechten Verbandwechsel unter Schonung der zumeist sehr empfindlichen, sich nachbildenden Gewebestrukturen. Die Polyurethan-Schaumstoffkompresse wurde bei UrgoCell® Lite bewusst dünn gehalten; sie ist aber dennoch in der Lage, kleinere Mengen an Exsudat vertikal gut zu absorbieren und die Wunde ausreichend zu drainieren. Dank der daraus resultierenden hohen Flexibilität bietet sich die Wundauflage besonders bei komplizierten anatomischen Voraussetzungen an, weil sie sich auch stark zerklüfteten Regionen und schwierigen Körperkonturen gut anpasst. UrgoCell® Adhesive Contact ist aufgrund seines spezifischen Aufbaus besonders einfach in der Anwendung. Der Haftrand mit hoher Hautverträglichkeit erhöht die Praktikabilität der Wundauflage, weil er auf schonende Weise vor Verrutschen schützt und sicheren Halt bietet, ohne die Wundumgebung zu reizen. Diese Eigenschaften von UrgoCell® Adhesive Contact stellen gerade in der ambulanten Versorgung der Patienten und bei längerer Tragedauer einen zusätzlichen großen Vorteil dar. Beide Auflagen, UrgoCell® Lite und UrgoCell® Adhesive Contact, erfüllen die hohen Anforderungen, die heute an die hydroaktive Wundversorgung zu stellen sind, wie Dr. Hendrik Altenkämper, Plettenberg, unterstrich: „Sie ermöglichen schmerzarme und weniger häufige Verbandwechsel, optimales Exsudatmanagement sowie Schutz vor Mazeration, Reduktion des pflegerischen Aufwandes bei der Wundtherapie und dadurch auch die heute geforderte hohe Kosteneffektivität“. Wichtig für einen schnellen und dauerhaften Therapieerfolg sind eine begleitende, konsequent durchgeführte Kompressionsbehandlung beim Ulcus cruris venosum bzw. suffiziente, druckentlastende Maßnahmen bei Dekubitus oder diabetischem Fußsyndrom.

Aktuelle klinische Daten zu Urgotül® Soft überzeugen

Seit September 2009 ist Urgotül® Soft aus dem Hause URGO verfügbar. Die Wundauflage besteht aus dünnen Polyesterfäden, die mit Vaseline, Hydrokolloidpartikeln und kohäsiven Polymeren beschichtet sind (Lipidokolloid-Technologie, TLC). Diese Weiterentwicklung des seit vielen Jahren bewährten Urgotül® zeichnet sich durch eine noch flexiblere Struktur der Trägermatrix aus. Der Einsatz bietet sich bei akuten oder chronischen Wunden an, insbesondere wenn eine hohe Anpassungsfähigkeit an die Konturen im Wundbereich erforderlich ist. Im Rahmen einer klinischen Studie an 44 Patienten wurde der Nutzen von Urgotül® Soft unter die Lupe genommen. Die 32 akuten und 12 chronischen Wunden wurden während der vierwöchigen Behandlung wöchentlich durch den Prüfarzt beurteilt. Bei jedem Verbandwechsel erfolgte zudem die Erfassung der Akzeptanz durch den Patienten und das Pflegepersonal. Zu den akuten Wunden zählten vorwiegend postoperative Wunden und Verbrennungen 2. Grades, zu den chronischen Wunden zur Hälfte Druckgeschwüre. Die Ergebnisse der Studie belegen, wie Dr. Sylvie Meaume, Irvy sur Seine, Frankreich, betonte, die sehr gute Wirksamkeit und Akzeptanz von Urgotül® Soft. So betrug z. B. die Oberflächenreduktion bei den chronischen Wunden am Ende der vierwöchigen Behandlungszeit 41,9 %, bei den akuten Wunden 78,2 %. 

Zukunftsweisendes Versorgungsmodell vernetzt alle

Beteiligten Modernes Wundmanagement braucht nicht nur situationsgerechte Wundauflagen, sondern vor allem auch adäquate Versorgungsstrukturen. Mit großem Erfolg wurde im Gebiet Mittlerer Oberrhein ein regional bezogenes Netzwerk modellhaft aufgebaut. Dort wird der Patient – sofern er damit einverstanden ist – nach der Klinikentlassung direkt in das Programm aufgenommen. Spezielle Informationsblätter sowie Einverständnis- bzw. Datenschutzerklärungen regeln die Zusammenarbeit. Gemeinsam mit ambulanten Pflegediensten und den behandelnden Ärzten organisieren Homecare-Unternehmen eine Therapie mit modernen Wundauflagen ohne Versorgungsbruch bei lückenloser Dokumentation des Verlaufs und der Kosten. Hierzu werden die fotografierten Wunden mittels eines speziellen IT-Systems erfasst und ausgewertet.  Die Netzarchitektur ist regional ausgerichtet und erfolgt „von unten“, wobei eine Systemzentrale die Zusammenarbeit aller Beteiligten koordiniert. Die bisherigen Resultate zeigen, so Marc Schmidt, Karlsruhe, dass dieses Modell den Versorgungsstandard auf breiter Ebene anhebt und deshalb auch für andere Regionen einen zukunftsweisenden Charakter besitzt. Die Materialkosten konnten bei Verwendung hydroaktiver Wundauflagen im Vergleich zur Regelversorgung deutlich reduziert werden.  *Pressegespräch „Von der Wundauflage bis zum Versorgungsnetzwerk: Modernes Wundmanagement braucht Konzepte“, im Rahmen der Altenpflege 2010, Hannover, 24. März 2010 ++++ Verwendung frei. Beleg erbeten. ++++ Der Pressetext und Bildmaterial können unter der E-Mail-Adresse wilke@medizin-und-markt.de in digitaler Form angefordert werden.

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