UrgoCell® START mit proteasenhemmender NOSF-Lipidokolloid-Matrix: neue Perspektiven bei verzögerter Wundheilung

Koblenz, 14. Juni 2008 – Mit UrgoCell® START steht seit September 2007 eine innovative proteasenhemmende Wundauflage zur Behandlung von Wunden mit verzögerter Heilung zur Verfügung. Sie stellt das biochemische Gleichgewicht chronischer Wunden wieder her und bringt den unterbrochenen Heilungsprozess erneut in Gang. Auf einem von der URGO GmbH unterstützten Symposium im Rahmen des 11. Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung und Wundbehandlung (DGfW) erläuterten Experten Wirkweise und Anwendung von UrgoCell® START und berichteten über erste klinische Erfahrungen.

Wie PD Dr. Joachim Dissemond (Essen) ausführte, handelt es sich bei UrgoCell® START um eine Schaumstoffwundauflage mit Lipidokolloid-Technologie (TLC) und einem neu entwickelten Nano-Oligosaccharid-Faktor (NOSF). Sie gehört damit zu der Gruppe der sogenannten hydroaktiven Wundauflagen. Typische Anwendungsgebiete sind Ulcus cruris, Dekubitus und diabetisches Fußsyndrom.

NOSF bringt die verzögerte Wundheilung wieder in Gang

Laut Prof. Dr. Dr. Martin Steinhoff (Münster) stellt die NOSF-Technologie von UrgoCell® START eine viel versprechende Strategie zur verbesserten Behandlng von Wundheilungsstörungen dar. Vorteil der neuen Technologie ist demzufolge ein direkter Einfluss auf Granulation und Epithelisierung durch Modulation der extrazellulären Matrix. Durch Hemmung der Synthese bzw. der Freisetzung von Matrix-Metalloproteasen (MMP) werden Entzündungsreaktionen vermindert, Wachstumsfaktoren vor Degradation geschützt und Fibroblasten- und Keratinozyten-Differenzierung gefördert. Damit wird das biochemische Gleichgewicht in der Wunde wieder hergestellt, was den physiologischen Wundheilungsprozess induziert. Wie der Dermatologe anhand von In-vitro-Untersuchungen an humanen Fibroblasten, den „Schlüsselzellen“ der Wundheilung, belegte, stimuliert die NOSF-Komponente signifikant die Produktion von Kollagenen. „Die NOSF-Technologie von UrgoCell® START eröffnet somit neue Möglichkeiten für eine optimierte topische Therapie bei Patienten mit Wundheilungsstörungen“, so Steinhoff.

Klinische Studie belegt Vorteile der NOSF-Technologie
Das neuartige Wirkprinzip der NOSF-Lipidokolloid-Matrix von UrgoCell® START wurde im Rahmen einer groß angelegten klinischen randomisierten Phase-III-Multizenterstudie bei Patienten mit Ulcus cruris wissenschaftlich untersucht.1 Die aktuellen Daten stellte Dr. Anne Dompmartin (Caen, Frankreich) vor.
Zielparameter der Studie waren Wirksamkeit und Verträglichkeit der NOSF-Lipidokolloid-Matrix (NOSF-TLC) im Vergleich zu PROMOGRAN® (ORC-Matrix) bei Patienten, die ein Ulcus cruris venosum mit einer Oberfläche von 5 - 25 cm2 aufwiesen, das seit mindestens drei Monaten bestand. Die Studie mit zwei parallelen Gruppen wurde interdisziplinär an insgesamt 27 Zentren in Frankreich und Großbritannien durchgeführt. Über 12 Wochen hinweg erfolgte regelmäßig eine klinische Untersuchung.
Insgesamt wurden 117 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 71,3 Jahren und einer Ulcusgröße von 11,2 cm² eingeschlossen. Zwischen Oktober 2004 und Oktober 2006 erhielten 57 Patienten die NOSF-TLC-Matrix und 60 Patienten PROMOGRAN®. Sowohl bezüglich der Ausdehnung des Ulcus als auch der assoziierten Begleiterkrankungen wiesen die beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede auf.
Wie Dompmartin resümierte, erwies sich bei Therapieende die NOSF-TLC-Matrix gegenüber dem Vergleichsprodukt als statistisch signifikant überlegen (p = 0,0059). Bei der Abschlussuntersuchung zeigte sich bei den mit der NOSF-TLC-Matrix behandelten Patienten eine signifikant bessere Reduktion der Wundoberfläche im Vergleich zur PROMOGRAN®-Gruppe (54,4 % vs. 12,9 %). Darüber hinaus zeigte sich die neue Wundauflage als gut verträglich. Die Mehrzahl der Patienten profitierte von der Behandlung mit der NOSF-TLC-Matrix ohne relevante Neben-wirkungen. „Die NOSF-Lipidokolloid-Matrix ist eine sehr vielversprechende Alternative für die Lokalbehandlung chronischer Wunden, insbesondere für Ulcera crurum mit einer schlechten Heilungsprognose“, so die Schlussfolgerung der Autoren.

Erfahrungen mit UrgoCell® START in der klinischen Praxis
Die Ergebnisse der randomisierten Studie zur NOSF-Lipidokolloid-Matrix werden durch Erfahrungen mit UrgoCell® START aus der klinischen Praxis bestätigt, über die Dr. Karl-Christian Münter (Hamburg) zusammenfasste: Im Rahmen einer Anwendungsbeobachtung erhoben Ärzte mit Hilfe von Patientenfragebögen Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von UrgoCell® START. Eingeschlossen wurden insgesamt 2052 Patienten aus 483 Zentren (niedergelassene Ärzte und Wundambulanzen), die sich dort zwischen September 2007 und April 2008 behandeln ließen, wobei die mittlere Beobachtungsdauer 51 Tage betrug.
Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 68,9 Jahren. Auffallend war ein hoher Anteil an Diabetikern (Typ I und II) von 43,5 %. Die Mehrheit der Patienten (58 %) wurde wegen eines venösen Ulkus behandelt. Das mediane Wundalter betrug 90 Tage.
Wie Münter berichtete, konnte die mediane Wundoberfläche von 10 cm2 bei Behandlungsbeginn auf 2 cm2 bei der Abschlussvisite verkleinert werden, was einer Reduktion von 75 % entspricht. Bei der Abschlussvisite schätzten über 90 % der Ärzte den Wundzustand als abgeheilt (28,1 %) oder deutlich (48,8 %) bzw. etwas (13,2 %) verbessert ein. 73,5 % beurteilten die Wundauflage als äußerst nützlich. Die Befragung der Patienten (n = 993) bezüglich des Tragekomforts ergab, dass 96 % die Wundauflage als sehr angenehm bzw. angenehm empfanden und 93,5 % damit sehr zufrieden bzw. zufrieden waren.
Wie Münter betonte, sieht er den in der Theorie überzeugenden Wirkansatz damit auch durch die guten praktischen Anwendungs-ergebnisse bestätigt.

Einsatzgebiet und Nutzen von UrgoCell® START
Der Stellenwert hydroaktiver Wundtherapeutika wie UrgoCell® START in der Behandlung chronischer Wunden wurde von Dissemond abschließend beleuchtet. Da eine verzögerte Wundheilung zumeist durch mehrere Faktoren bedingt ist, sollte nach einer individuell zu adaptierenden Diagnostik immer eine möglichst kausal ansetzende Therapie versucht werden. Dabei hat sich dem Dermatologen zufolge in den vergangenen Jahrzehnten die feuchte Wundbe-handlung als hilfreich erwiesen. Trotz umfangreicher Diagnostik und adäquater Therapie bleibt ein Teil der Wunden allerdings therapierefraktär. Es wird angenommen, dass hierbei insbesondere ein gestörtes Verhältnis der MMP und ihrer natürlichen Gegenspieler, der TIMP (= Tissue Inhibitor of Metalloproteinases) zugrunde liegt. Bei diesen therapierefraktären Verläufen können Wundtherapeutika wie UrgoCell® START aktiv in den gestörten Wundheilungsprozess eingreifen. Dies belegen die praktischen Therapieerfolge in den beschriebenen klinischen Studien. Dissemond: „UrgoCell® START ist somit eine neue aktive Wundauflage, die insbesondere dann gezielt zum Einsatz kommen sollte, wenn sich trotz adäquater Diagnostik und Therapie eine chronische Wunde weiterhin therapierefraktär zeigt.“

Quelle:
URGO Lunch Symposium „UrgoCell® START mit proteasenhemmendem NOSF – neue Perspektiven bei verzögerter Wundheilung“, 11. Jahreskongress der DGfW e.V., Koblenz, 14. Juni 2008

1) Schmutz JL., Meaume S. et al.: Evaluation of the nano-oligosaccharide factor lipidocolloid matrix in the local management of venous leg ulcers: results of a randomized, controlled trial. Int Wound J 2008 Vol. 5 No. 2, 172-182

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