Evidenzbasierte und phasengerechte Lokaltherapie chronischer Wunden

Paris, 21. Januar 2013 – Chronische Wunden heilen am besten, wenn die Lokalbehandlung phasengerecht und der Ätiologie entsprechend erfolgt. Mit den hydroaktiven Wundauflagen UrgoClean und UrgoStart sowie dem Kompressionsbindensystem UrgoK2 gibt es dazu innovative Produkte, deren Effektivität in Studien belegt ist. Dank verschiedener Spezifikationen lässt sich die Lokalbehandlung damit optimal an die individuelle Situation anpassen.

PD. Dr. Tobias Görge (links) und Dr. Stepahn Eder bei der Pressekonferenz in Paris

„Rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden", sagte Privatdozent Dr. Tobias Görge, Münster. Meistens seien Ulzera auf venöse Abflussstörungen zurückzuführen, seltener auf arteriell und arteriell-venöse Gefäßerkrankungen oder auf Diabetes. „Insgesamt zehn Prozent der Fälle gehen aber auf Erkrankungen wie Tumore, Gerinnungsstörungen, Vaskulitiden, Immunerkrankungen, Fisteln oder Medikamente zurück", so Görge.  An diese Ätiologien müsse man vor allem bei atypischer Lokalisation, multiplen Ulzerationen, disseminierten Hautveränderungen und fehlender Gefäßerkrankung denken.

„Neben der kausalen Therapie gehört zum modernen Management chronischer Wunden eine phasengerechte Wundversorgung", erläu­terte Görge. Die Produktwahl müsse sich daher an den aufeinander folgenden Phasen der Wundheilung orientieren. In der Reinigungs­phase habe sich beispielsweise UrgoClean bewährt. „Die Wund­auflage absorbiert effektiv fibrinöse Beläge und trägt damit zur autolytischen Reinigung der Wunde bei", führte Görge aus.

Für die folgende Wundheilungsphase komme es dagegen darauf an, die Granulation zu fördern. In diesem Zusammenhang verwies Görge auf die Lipidokolloid-NOSF-Wundauflage UrgoStart, die ihre wund­heilungsbeschleunigende Wirkung - nach der effizienten Wund­reinigung mittels UrgoClean - bestens entfalten kann. „Der in UrgoStart enthaltene Nano-Oligosaccharid-Faktor NOSF neutralisiert Matrix-Metalloproteasen, die in chronischen Wunden vermehrt auftreten und die Wundheilung stören." 

Sowohl UrgoClean als auch UrgoStart haben ihre Effektivität in klinischen Studien optimal unter Beweis gestellt. „UrgoClean reduzierte bei Patienten mit venösen Ulzera und Dekubitalulzera den Fibrinbelag und die Wundoberfläche innerhalb von sechs Wochen signifikant[i], während UrgoStart bei Patienten mit venösen Unterschenkelgeschwüren eine 2mal schnellere Wundheilung erzielte, als ein Vergleichsprodukt ohne NOSF," berichtete Görge.[ii] Zudem verkleinerte UrgoStart die Wundoberfläche signifikant stärker als das Vergleichsprodukt.

URGO bietet die beiden Wundauflagen nun kombiniert in einem Therapie-Set an. „Das UrgoClean-UrgoStart Set ist unter einer PZN-Nummer für Patienten rezeptierbar und bietet dem behandelnden Arzt eine optimale Lösung für die phasengerechte, sequenzielle Therapie heterogener Wunden", schloss Görge.

UrgoK2: effektive Kompression und hoher Tragekomfort bis zu einer Woche

„Für venöse Unterschenkelgeschwüre ist neben der phasenadap­tierten Lokalbehandlung eine adäquate Kompressionstherapie unerlässlich", sagte Dr. Stephan Eder, Villingen-Schwenningen. Allerdings verrutschen konventionelle Kompressionsverbände oft schon nach wenigen Stunden, sodass sie den gewünschten Anpressdruck nicht mehr gewährleisten. „Darüber hinaus können unpassendes Material oder eine aufwändige Bandagiertechnik die Compliance der Patienten schmälern und so den Behandlungserfolg gefährden", merkte Eder an.

Umfassende Abhilfe schafft das Kompressionssystem UrgoK2. Dessen beide Lagen KTech (innen) und KPress (außen) erzeugen gemeinsam einen therapeutisch wirksamen Kompressionsdruck von durchschnittlich ca. 40 mmHg. Dank der aufgedruckten Markierungen lassen sie sich zudem stets mit dem korrekten Zug anlegen. Die kohäsive zweite Lage verhindert das Verrutschen. Eine Studie mit 24 gesunden Probanden unterstreicht die Vorteile dieser innovativen Kombination.[iii]

In der Untersuchung wurde UrgoK2 mit einem Vierlagenverband und einer kohäsiven Kurzzugbandage verglichen. Innerhalb der sieben­tägigen Tragedauer erreichte UrgoK2 bezüglich des Anpressdrucks bessere Werte als die Kurzzugbinde und war dem Vierlagenverband ebenbürtig. Am Ende der siebentägigen Tragezeit hatte UrgoK2 das Unterschenkelvolumen deutlich stärker verringert als die Vergleichs­verbände. Unerwünschte Begleiterscheinungen wie Schmerzen, Brennen, Schwitzen, Jucken waren dagegen seltener und in geringerer Ausprägung aufgetreten.

UrgoK2 gibt es in verschiedenen Spezifikationen. Als UrgoK2 Lite ist es für einen therapeutischen Druck von 20 mmHg bei einem Knöchel-Arm-Druckindex von 0,6 bis 0,8 ausgelegt, als UrgoK2 für einen therapeutischen Druck von 40 mmHg bei einem Knöchel-Arm-Druckindex größer 0,8. Ganz neu sind die latexfreien Varianten der beiden Kompressionssyteme für Patienten, die auf Latex allergisch reagieren: UrgoK2 Latex Free bzw. UrgoK2 Lite Latex Free.


                    ++++ Verwendung frei. Beleg erbeten. ++++

Der Pressetext kann unter der E-Mail-Adresse wilke@medizin-und-markt.de in digitaler Form angefordert werden.



[i]Meaume S et al., Journal of Wound Care 2012; 21(7): 315-322

[ii] Meaume S et al., Wound Repair Regen 2012; 20(4): 500-511

[iii] Jünger M et al., Journal of Wound Care 2009; 18(11): 474-480

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