Entstauungstherapie und UrgoCell® START lassen venöse Ulzera rasch heilen

Hinterzarten, 11. Dezember 2008 – Kompression und manuelle Lymphdrainage bilden die Grundlage der Therapie, wenn Patienten an Phlebolymphödemen leiden. Sind bereits venöse Ulzera aufgetreten, sollten hydroaktive Wundauflagen verwendet werden, die eine stagnierende Wundheilung wieder in Gang bringen.

Schätzungsweise 3,2 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden mit vaskulärer Genese; die meisten davon an einem venösen Ulkus. Das Geschwür tritt typischerweise am Unterschenkel im Bereich des Innenknöchels auf. Betroffene sind oft erheblich beeinträchtigt, 70 Prozent geben Schmerzen als Hauptsymptom an. Darüber hinaus hat das Krankheitsbild erhebliche gesundheitsökonomische Konsequenzen. Die Therapie kann sich über Jahre hinziehen, hinzukommen Arbeitsunfähigkeitstage und Krankenhausaufenthalte. Für eine erfolgreiche Behandlung muss die spezielle Pathophysiologie berücksichtigt werden.

Gestörte Ver- und Entsorgung des Gewebes
Venöse Ulzera sind die Folge gestörter Transportprozesse im lymphatischen und venösen System. Verschiedene Erkrankungen, die die Transportkapazität des Lymphsystems einschränken, führen zu einer Ansammlung lymphpflichtiger Flüssigkeit im Interstitium – es entsteht das Lymphödem. „Kommen pathologische Prozesse hinzu, die die lymphpflichtige Last zusätzlich erhöhen, spricht man von einer Lymphödemkombination“, sagte Professor Dr. Etelka Földi, Hinterzarten. „Die häufigste ist das auf einer chronisch-venösen Insuffizienz (CVI) beruhende Phlebolymphödem.“
Bedingt durch eine Schwäche der Venenwand und/oder eine eingeschränkte Funktion der Venenklappen ist dabei der Abfluss im venösen System gestört, und es kommt zur ambulatorischen venösen Hypertonie. Sie setzt sich bis in den Bereich der Kapillaren fort und verhindert dort eine geregelte Ver- und Entsorgung des Gewebes.
„In der Anfangsphase der Erkrankung sind die Ödeme noch eiweißarm“, sagte Földi. Unterbleibt eine adäquate Behandlung, so dass die Krankheitsprozesse weiter fortschreiten, lassen die Kapillarwände vermehrt Eiweiß hindurchtreten – es entsteht ein eiweißreiches Ödem. Diese Veränderungen gehen einher mit Entzündungen und Zelltod und führen schließlich zur Bildung von Geschwüren.
„Derartige Ulzera neigen dazu, in der Enzündungsphase stecken zu bleiben“, sagte Dr. Michael Oberlin, Hinterzarten. Grund sei eine Überproduktion von proinflammatorischen Botenstoffen und Matrix-Metalloproteasen (MMP). Diese proteolytischen Enzyme bauen im Rahmen der normalen Wundheilung beschädigte Bestandteile der extrazellulären Matrix ab. In chronischen Wunden greifen sie dagegen auch Wachstumsfaktoren und neu gebildetes Gewebe an, und die Wundheilung wird verzögert.

Entstauung als Basistherapie
„Basis der Behandlung von Lymph- und Phlebolymphödemen ohne und mit einem venösen Ulkus ist die komplexe physikalische Ent-stauungstherapie (KPE)“, sagte Oberlin. Sie besteht aus haut-pflegenden Maßnahmen zur Beseitigung oder Linderung der Stauungsdermatitis, sowie der manuellen Lymphdrainage, der Kompressions- und der Bewegungstherapie.
„Diese Maßnahmen steigern die Lymphtransportkapazität und reduzieren die Ödeme in den betroffenen Gliedmaßen sowie gegebenenfalls im Bereich einer Wunde“, erläuterte Oberlin. Die bedarfsgerecht zusammengestellten Sets zur Kompressionsbandagierung, wie zum Beispiel das Urgo® Lymph-Kit, erleichtern die Arbeit erheblich. Die fachgerecht angelegte Kompressionstherapie mit Kurzzugbinden wie beispielsweise Urgoband® ist die wichtigste Therapiemaßnahme bei der Behandlung der CVI.
„Im Rahmen der lokalen Behandlung eines venösen Ulkus ist darauf zu achten, dass nach der Entfernung von Nekrosen und Belägen heilungsfördernde Wundauflagen verwendet werden“, sagte Oberlin. Dazu sind Verbände nötig, die überschüssiges Exsudat absorbieren, das Ungleichgewicht zwischen MMP und Wachstumsfaktoren beseitigen und den stockenden Heilungs-prozess wieder in Gang bringen. Gegebenenfalls sollten Materialien verwendet werden, die eine Keimbelastung reduzieren.
Besonders geeignet sind dazu Schaumstoffwundauflagen aus der Produktreihe UrgoCell®. UrgoCell® START ist eine nichthaftende, absorbierende Schaumstoffwundauflage, die mit dem Nano-Oligosaccharid-Faktor NOSF und der Lipidokolloid-Matrix TLC ausgestattet ist. NOSF reduziert die schädliche Wirkung überschüssiger Proteasen (MMP) und unterstützt die wundheilungsfördernde Aktivität physiologischer Wachstumsfaktoren. Eine verzögerte Wundheilung kann so wieder neu gestartet werden. Die TLC-Matrix mit Hydrokolloidanteilen und Vaseline liegt der Wunde direkt auf, sorgt für ein heilungs-förderndes Milieu und verhindert ein Verkleben mit der Wunde. Da die Flüssigkeit auch unter Druck zuverlässig eingeschlossen bleibt, kann UrgoCell® START unter einem Kompressionsverband getragen werden.
Weitere Produktvarianten verfügen über eine sanfthaftende Matrix oder besondere Zuschnitte für anatomisch schwierige Wundlokalisationen, andere enthalten Silber für infektionsgefährdete Wunden. Bei nachlassender Exsudation sind schließlich die Gitternetz-Wundauflagen Urgotül® mit der TLC-Matrix geeignet.
Leider setzen, Oberlin zufolge, nur 20 Prozent der Ärzte derartige moderne Wundauflagen ein. Dabei ließe sich die lokale Wundbehandlung auf einfache weise in die KPE integrieren. „Kombiniert eingesetzt führen beide Maßnahmen dazu, dass viele venöse Ulzera eine deutliche Abheilungstendenz zeigen“, so Oberlins Fazit.

Quelle:
Med@Media URGO GmbH
„Aktuelle Einblicke in die Lymphologie – ein Klinikworkshop für Journalisten“ Hinterzarten, 11. Dezember 2008

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