Ein starkes Duo gegen Wundinfektionen

München, 23. April 2012 – Mit UrgoTül Ag Lite Border und UrgoCell Ag Border bringt URGO zwei neue silberhaltige Wundverbände für die Behandlung von Wunden mit dem Risiko oder Anzeichen einer lokalen Infektion auf den Markt. Mit den beiden neuen Produkten kann die keimhemmende Lokaltherapie nun optimal an verschiedene Wundcharakte-ristika angepasst werden.

Wenig fürchten Ärzte und Wundtherapeuten so sehr, wie die Kolonisation einer Wunde mit Krankheitserregern. „Wird dabei eine kritische Keimzahl überschritten, verschlechtert sich der Gewebezustand in der Wunde massiv", erläuterte Professor Dr. Joachim Dissemond, Essen. „In der Folge wird der Heilungs­prozess beeinträchtigt, und es droht eine Chronifizierung." Zeigen sich an einer Wunde daher erste Anzeichen einer lokalen Infektion, sollte in der Behandlung reagiert werden.

Signifikant bessere Heilung durch antiinfektive Lokaltherapie

URGO bietet nun die Wundverbände UrgoTül Ag Lite Border und UrgoCell Ag Border an. Beide Produkte enthalten Silbersulfat, aus dem in Kontakt mit der Wundflüssigkeit antimikrobielle Silberionen freigesetzt werden. „Ionisches Silber zählt zu den stärksten antibakteriellen Wirkstoffen und ist bereits in extrem niedrigen Konzentrationen aktiv", kommentierte Dissemond. Dass daraus auch therapeutische Vorteile erwachsen, zeigt eine Studie mit 102 Patienten, die an Wunden litten, die mindestens drei der folgenden fünf Infektionszeichen zeigten: Erythem, Geruch, starke Exsudation, Ödem sowie Schmerzen zwischen den Verbandwechseln.[1]

Die Patienten erhielten entweder eine sequenzielle Lokaltherapie mit UrgoTül Silver für 4 Wochen gefolgt von UrgoTül (ohne Silber) ebenfalls für 4 Wochen oder nur UrgoTül für 8 Wochen. Zum Be­handlungsende war die Wundfläche in der Gruppe mit sequen­zieller Behandlung um 47,9 % zurückgegangen, in der Vergleichs­gruppe dagegen nur um 5,6 % (p = 0,03). Weiter waren die Anzeichen für eine kritische Besiedelung mit Keimen in der Testgruppe hochsignifikant gesunken, in der Vergleichsgruppe da­gegen nur tendenziell. Die Silberauflage wurde lokal gut vertragen, eine systemische Aufnahme von Silber ließ sich nicht feststellen.

Mit UrgoTül Ag Lite Border und UrgoCell Ag Border wird diese effektive Lokaltherapie nun noch komfortabler. Dank ihres hautver­träglichen Haftrandes lassen sich die Verbände einfach anlegen und wechseln. Die Lipidokolloidmatrix TLC[2] sorgt für ein gleich­bleibend heilungsförderndes Wundmilieu und ermöglicht einen atraumatischen Verbandwechsel. UrgoTül Ag Lite Border und UrgoCell Ag Border erfüllen daher optimal die Anforderungen für akute und chronische Wunden mit dem Risiko oder Anzeichen einer lokalen Infektion. Die Wahl zwischen den beiden Produkten hängt von der Exsudatmenge ab. Bei wenig exsudierenden Wun­den empfiehlt sich UrgoTül Ag Lite Border mit seiner dünnen Kompresse. Bei stärker exsudierenden Wunden fällt die Wahl auf UrgoCell Ag Border mit seiner absorbierenden Schaumstoffkom­presse. Sie schließt das Exsudat auch unter einem Kompressions­verband zuverlässig ein.

UrgoK2 bewährt sich im Praxisalltag

Eine sachgemäße Lokaltherapie ist auch bei anderen Wunden für die Heilung unabdingbar. Im Falle von Unterschenkelgeschwüren mit venöser Ätiologie gibt die adäquate Kompression den Aus­schlag. „In der Praxis ist sie aber nicht so leicht umzusetzen", sagte Professor  Dr. Michael Jünger, Greifswald. Vor allem ein zu geringer oder zu hoher Druck stünde dem Heilungsfortschritt oft entgegen.

Abhilfe schafft hier das Kompressionsbindensystem UrgoK2. Es umfasst zwei Binden, die über Sichtmarker für einen korrekten Bindenzug verfügen und das Anlegen erleichtern. Eine Anwen­dungsbeobachtung mit 702 Patienten an 103 deutschen Zentren zeigt die Praxistauglichkeit des Systems.
„Von den eingeschlossenen Patienten litten 60 % an einer Wunde, 75 % hatten ein Ödem und 64 % klagten über Schmerzen", berichtete Jünger. Fast alle hatten vor Beginn der Anwendungs­beobachtung schon eine Kompressionstherapie erhalten. Den­noch ging die Umstellung auf UrgoK2 nach bis zu sechswöchiger Behandlungsdauer mit substanziellen Erfolgen einher.
Jünger zufolge waren bei der Abschlussvisite 31,3 % der Wunden abgeheilt und 62,3 % hatten sich verbessert. Bei 52,6 % der Patienten hatte sich das Ödem gebessert, die Zahl der Patienten mit Schmerzen war um 60 % gesunken und bei 78 % wurde eine Verbesserung des Hautzustandes beobachtet. Verträglichkeit und Akzeptanz von UrgoK2 wurden mit ‚sehr gut‘ benotet, und 94 %  gaben an, dass die Kompressionstherapie mit UrgoK2 besser war als die vorhergehende.

„Diese Anwendungsbeobachtung zeigt, dass sich die Ergebnisse der früher schon durchgeführten klinischen ODYSSEY-Studie mit UrgoK2 auf Alltagsbedingungen übertragen lassen", fasste Jünger zusammen.[3] Darin waren unter UrgoK2 im Vergleich mit einem vierlagigen Bindensystem vergleichbar viele Wunden abgeheilt (41,1 % vs. 38,7 %), und die Wundoberfläche hatte sich tenden­ziell stärker verkleinert (89,2 % vs. 81,8 %, median). Beim sekun­dären Endpunkt ‚Patienten mit Schmerzen während des Verband­wechsels‘ gab es einen deutlichen Trend zugunsten von UrgoK2 (27,1 % vs. 40,0 %). Darüber hinaus kamen die Pflegenden beim ersten Anlegen mit UrgoK2 signifikant besser zurecht als mit der Vergleichsbinde - ein Ergebnis, das auf die Sichtmarker zurück­zuführen sein dürfte.

Das Bindensystem steht zur Verfügung als UrgoK2 Lite für einen therapeutischen Druck von 20 mmHG bei einem Knöchel-Arm-Druckindex von 0,6 bis 0,8 sowie als UrgoK2 für einen therapeu­tischen Druck von 40 mmHG bei einem Knöchel-Arm-Druckindex größer 0,8.

Spielerisch zum Wundexperten

Eine weitere wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Wund­behandlung ist die Kompetenz der Fachkräfte. Was zunächst banal klingt, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit. „So ist bei­spielsweise das chronische Ulcus cruris ein sehr heterogenes Krankheitsbild, das auf zahlreiche verschiedene kausal relevante Faktoren zurückgeführt werden kann", sagte Privatdozent Dr. An­dreas Körber, Essen. Die Fachkräfte bräuchten daher umfang­reiches Wissen über die zugrundeliegenden Ätiologien.

Um dieses Wissen zu fördern, haben Körber und sein Team ein Kartenspiel entwickelt, das nach den Regeln des Quartetts ge­spielt werden kann. Dargestellt sind 28 verschiedene Ätiologien von Ulcera cruris in Kombination mit typischen Fakten zu den ent­sprechenden Krankheitsbildern. „Durch den spielerisch wieder­holenden Aspekt dieses Quartetts können wichtige Informationen gefestigt und typische Wundsituationen wiedererkannt werden", sagte Körber. Ziel sei es, das Auge der Anwender auch für seltene Wundarten zu schulen.

Pressegespräch der Urgo GmbH, Sulzbach am 23.April 2012 in München: „Von der Diagnose zur Therapie - Update zu modernen Konzepten in der Wundversorgung"

++++ Verwendung frei. Beleg erbeten. ++++

Der Pressetext kann unter der E-Mail-Adresse

wilke@medizin-und-markt.de in digitaler Form angefordert werden.


[1] Lazareth I et al. Wundmanagement 2012; 1: 6-15 bzw. Lazareth I et al. Wounds 2008; 20(6):
158-166

[2] TLC: Technology Lipidocolloid

[3] Studie ODYSSEY UF-09-09-310 2343: Evaluation of the efficacy and safety of the KTwo vs Profore
compression system in the treatment of venous leg ulcers, Data on file,
Studienleiter Dr. Isabelle LAZARETH, Paris, Frankreich

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