Ulcus cruris

Der Begriff "Ulcus cruris" bezeichnet allgemein ein Geschwür am Bein, ohne dessen Ursache zu benennen. 

Ulcus cruris venosum

Etwa 60-80% aller Beingeschwüre haben ihre Ursache in einer Schädigung der Venen oder der Venenklappen auf Grund von chronisch venöser Insuffizienz (CVI) oder eines postthrombotischen Syndroms. Das Ulcus cruris venosum ist damit die häufigste Wunde überhaupt. Neben einer hydroaktiven Wundversorgung ist bei dieser Form des Beingeschwürs eine (lebenslange) Kompressionstherapie für den dauerhaften Behandlungserfolg unabdingbar. 

Ulcus cruris arteriosum
10-15% aller Beingeschwüre entstehen alleine auf Grund von Schädigungen der Arterien in Folge von Arteriosklerose oder Gefäßverschlüssen. Zur erfolgreichen Behandlung des Ulcus cruris arteriosum gehört meist eine operative Verbesserung des Blutflusses, da ansonsten die Wunde mangels Sauerstoffversorgung auch unter den besten Wundauflagen nicht abheilen kann.  

Ulcus cruris mixtum
Eine ganz besondere Herausforderung für die Therapeuten stellen die ca. 10-20% der Beingeschwüre von Patienten dar, die sowohl eine Schädigung des arteriellen als auch des venösen Gefäßsystems aufweisen.  

Ulcus cruris lymphaticum
Neben einer Schädigung des Blutgefäßsystems als Ursache für Beingeschwüre gilt es auch das Lymphgefäßsystem zu betrachten. Durch eine Schädigung der Lymphbahnen kann es zu ausgeprägten Ödemen kommen, in deren Folge sich auch offene Beingeschwüre entwickeln können. Moderne Wundtherapie, Kompressionsbehandlung und eine Manuelle Lymphdrainage müssen dann Hand-in-Hand greifen, um einen Therapieerfolg zu erzielen.

Lipidokolloid-Wundauflagen sind aufgrund ihrer hervorragenden Hautverträglichkeit und der guten Kombinierbarkeit mit einer Kompressionstherapie zur Behandlung von Beingeschwüren sehr gut geeignet. Die Trägermatrix dieser Verbände enthält neben Hydrokolloidpartikeln auch Vaseline. In Verbindung mit dem Wundsekret verflüssigen sich die Hydrokolloidpartikel zu einem Gel, welches mit der Vaseline eine nicht klebende Grenzschicht bildet. Lipidokolloide erhalten daher lange ein gleich bleibend feuchtes Wundmilieu und ermöglichen einen schmerzfreien Verbandwechsel.

UrgoCell Non Adhesive
ist eine Lipidokolloid-Wundauflage, in die eine absorbierende Polymerkompresse eingearbeitet ist. Sie kann daher große Exsudatmengen aufnehmen und ist vor allem in frühen Wundheilungsphasen geeignet. Die Kompresse schließt die Exsudate auch unter einer Kompressionstherapie zuverlässig ein. Durch die vertikale Absorption der Sekrete wird zudem die empfindliche Wundumgebung geschützt. Die Tragedauer beträgt bis zu vier Tage.

UrgoCell Contact, UrgoCell Lite und UrgoCell Adhesive Contact
sind sterile, sanft haftende, absorbierende Schaumstoff-Wundauflagen, die mit der einzigartigen Lipidokolloid-Technologie (TLC-Contact) ausgestattet sind. Die mit einer mikroadhäsiven Lipidokolloid-Matrix beschichtete Schaumstoffkompresse erleichtert das gewebefreundliche (atraumatische) Ablösen und die Positionierung der Wundauflage. Sie bestehen aus einer wundseitigen, sanft haftenden Lipidokolloidmasse (TLC-Contact), einer absorbierenden Schaumstoffkompresse und einem elastischen, sehr komfortablen Vliesstoffträger. In Kontakt mit dem Wundexsudat bildet die TLC-Contact-Schicht einen Lipidokolloidfilm an der Grenzschicht zwischen Wunde und Wundauflage. Dadurch wird das für die Wundheilung günstige feuchte Wundmilieu aufrecht erhalten. Gleichzeitig schützt dieser Lipidokolloidfilm die neugebildeten Gewebestrukturen beim Ablösen der Wundauflage und sorgt für atraumatische und schmerzfreie Verbandwechsel. 

Urgotül, Urgotül Duo, Urgotül comfort, UrgoTül Lite Border
Die Gaze-Wundauflagen der Urgotül-Familie basieren wie UrgoCell Non Adhesive auf der Lipidokolloid-Technologie, sind jedoch für weniger stark sezernierende Wunden geeignet.